Ohne Frauen keinen Frieden

29.03.2017 von | Keine Kommentare

Ein Musterbrief im Nachgang zum Internationalen Frauentag 2017

(Bitte Passagen die für die Adressatin ungeeignet erscheinen streichen)

Liebe Frau Müller-Meyer,

dich lehrte die Frauenbewegung, dass es falsch sei, wenn der Mann sich ausschließlich außerhalb des Hauses verdingt. Damit würde er dich deiner Freiheit berauben und deine Abhängigkeit von ihm noch manifestieren. Es hieß, du sollst dich von Kindern, Küche und Kirche befreien. Diese drei K seien dein Untergang. Es wurde dir suggeriert, die  Anti-Baby-Pille würde dir Familienplanung möglich machen. Du solltest dich auch sexuell befreien und dich ausleben dürfen. Dafür sei es richtig, die christliche Moral hinter dir zu lassen und mit Traditionen zu brechen.

Probiere dich aus, hieß es. Du kannst alles genauso gut wie ein Mann! Wenn nicht besser. Und überhaupt, warum solltest du diesem Pascha an deiner Seite punktgenau das Mittagessen auf den Tisch stellen müssen? Warum sollst du ´ihm Kinder schenken´? Warum den ganzen lieben Tag lang Heim und Herd hüten und mit den Hausfrauen in deinem Umfeld um das beste Mittagessen, den tollsten Kuchen und das artigste Kind buhlen?

Im Rausch eingängiger Propaganda wollte dann tatsächlich bald keine Frau mehr das Heimchen am Herd sein und Leistungen für Mütter wurden schnell als ´Herdprämie´ oder ähnlich abfällig, abgeschmettert. Stattdessen wurde Arbeit hochgejubelt, Berufstätigkeit fast frenetisch gefeiert. Verdien dein eigenes Geld hieß es, mach dich finanziell unabhängig. Geh deinen eigenen beruflichen Wünschen nach. Wer sein Geld selbst verdient, der kann den Mann an seiner Seite schneller wieder loswerden. Du sicherst dir deine Rente. Und denk daran, berufliche Karriere ist wichtiger als ein Kind. Schau mal deine eigene Mutter. Mitte vierzig, drei Kinder und keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt. Kann nur noch putzen gehen, die arme Frau und muss bis zur goldenen Hochzeit bei ein und denselben Mann bleiben, obwohl die Liebe längst verloschen scheint.

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Männer haben einfach keine Lobby

22.01.2017 von | 2 Kommentare

Vortrag im Schloss Schönfeld, Kassel.  Zum Jahresauftakt am 20.1.2017

http://www.verein-schloss-schoenfeld.de/

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich danke Ihnen, dass ich  in dieser schönen Kulisse vortragen darf. Wunderbar, dass Sie Freude daran haben, sich heute Abend mit einem Männerthema zu befassen. Mit der Gleichberechtigung ist es ja wie in einem guten Telefonat zu dem beide Seiten etwas beizutragen haben.

Ein Oberbürgermeister, für den ich einmal tätig war, formulierte den treffenden Satz: Diskriminierung kennt kein Geschlecht!  Wenn man aber Beiträge zur Geschlechtergerechtigkeit liest, so ist da fast immer von Frauen die Rede. Hin und wieder erlaube ich mir dann den Spaß und setze für das Wort ´Frau´ einfach mal das Wort ´Mann´ ein. Da geht einem hier und da ein Licht auf.

Finden Sie nicht auch, dass es an der Zeit ist Benachteiligungen die Männer treffen, nicht länger zu bagatellisieren? Es soll in diesem Vortrag nicht um eine Aufrechnung Frauen gegen Männer oder Männer gegen Frauen gehen. Wenn man allerdings über das eine Geschlecht redet, bleiben Gedanken zum anderen Geschlecht nicht aus. So groß ist die Anziehungskraft. Über Benachteiligungen zu sprechen, die Männer treffen können, wird die Errungenschaften für Frauen nicht schmälern. Eher im Gegenteil!

Möchte man sich über Benachteiligungen von Männern offen auseinandersetzen, dann erntet man leider viel zu oft ein müdes Lächeln. Angeblich seien Männer doch das ´starke Geschlecht´. Männer hätten überwiegend die Macht und ihnen gehöre der Großteil des Geldes. Männer würden herrschen und beherrschen. Und das alles natürlich am liebsten über Frauen Na, wenn das mal nicht nur die halbe Wahrheit ist.

All diese Glorie, die das männliche Geschlecht fälscherweise umschwebt, verschleiert andere Wahrheiten. Zu schnell vergisst man in diesem grellen Schein, dass jeder Mensch unabhängig vom Geschlecht Nachteile erleiden kann. Benachteiligungen können sogar systemimmanent, politisch gewollt,  gesellschaftlich geduldet und   erwünscht sein. Es muss also nicht wundern, wenn es zu einem Vortrag wie diesen auch Gegenwehr gibt.

Wenn man über Diskriminierungen von Männern redet, kann es passieren, dass man allerlei Dingen bezichtigt wird. Manch Einer oder manch Eine, will nicht hören und wahrhaben, dass es Männern auch deshalb schlecht gehen kann, weil sich Frauen entsprechend verletzend und missachtend verhalten.  Dabei ist das genauso offensichtlich, wie im umgekehrten Fall.

Manchmal heißt es dann, man wolle die Geschichte wieder zurückdrehen und strebe Zustände an, die man doch gerade erst mit Hilfe der Frauenbewegung überwunden hätte. Und das wird einem nur deshalb vorgeworfen, weil man für Männer eintritt. Gelegentlich kommen auch politisch eingefärbte Denunziationen. Man wird z.B. in die rechte Ecke gestellt. Was derzeit so ziemlich das letztmögliche Mittel ist, einen Menschen fertig zu machen. Wenn man über Diskriminierung von Männern spricht, wird einem von den Vertretern der Gender Industrie auch schon mal Homophobie angedichtet. Dort  definiert man Geschlecht sehr freizügig und beschreibt mehr als zwei Geschlechter.

Diskriminierung kennt doch aber kein Geschlecht und kann immer dann einen Menschen treffen, wenn ein anderer seine Position dafür auszunutzen weiß. Insofern dürfte es eigentlich keine, ausschließlich auf Frauen fokussierende gleichstellungspolitische Kampagnen geben.

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Her mit den Insignien weiblicher Macht

18.09.2016 von | Kommentare geschlossen

Er ist Ingenieur, noch keine Dreißig. Er hat eine Freundin, fährt ein schickes Auto, geht regelmäßig ins Fitnessstudio und er versteht sich gut mit den Nachbarn in der Neubausiedlung. Er könnte optimistisch in die Zukunft schauen, wenn da nicht dieser kleine ´Makel´ wäre. Ehrlicherweise ist es für ihn kein Makel, sondern ein Zugewinn.

Im Kleiderschrank hat er ein paar Dinge versteckt und in seinem Computer liegen Dateien, von denen nur er etwas weiß. So dachte er jedenfalls.

Vor wenigen Wochen hat seine Freundin in der gemeinsamen Wohnung Frauenkleidung gefunden. Ein lederner Minirock in Größe 44, Nylonstrümpfe, Unterwäsche aus Spitze, Mieder und High Heels in atemberaubender Schuhgröße 44. Sie konnte diese Klamotten nicht zuordnen. Für sie, mit zierlicher Schuhgröße 38 und ebensolcher Kleidergröße, konnte es sicher nicht sein. Ein Faschingoutfit ihres Freundes? Sie grübelte.

Sie begann zu kramen und zu suchen.  So fand sie schnell ein paar Fotos in einer kleinen Box, die in seinem Sockenfach lag. Sie war schockiert. Auf den Bildern war unschwer zu erkennen, dass es ihr Mark war und er trug Frauenkleidung!

Das Gesicht auf dem Foto lächelte sie seelig, aber auch ein bisschen unsicher an. Sie musste sich erst einmal setzen und spürte Enttäuschung und Ärger in sich aufkeimen.

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