Vollverschleierung in einer Schule

24.12.2016 von | Kommentare geschlossen

Ich lese in der Zeitung, dass in Niedersachsen eine Schülerin bereits längere Zeit, geduldet, verschleiert zur Schule kommt. Das Mädchen soll dabei sein das Abitur zu machen. Dumm ist sie also nicht und sie wird sich so ihre Gedanken gemacht haben, als sie entschied sich zu verhüllen und damit in der Schule größtmögliche Aufmerksamkeit für sich und ihren Glauben zu erregen. Oder könnte sie doch noch so wenig ´reif, selbstständig und erwachsen´ sein, dass sie sich in dieser Sache an-/verleiten ließ?

Ein Bruder des verschleierten Mädchens soll sich positiv zu Attentaten mit selbstmörderischen Hintergrund geäussert haben und die Eltern seien in einer entsprechenden weltanschaulichen Vereinigung, heißt es noch.

Ich lese auch, dass angeblich niemand in der Klasse etwas gegen die Vollverschleierung des Mädchens hat bzw. äussert. Weder Kinder noch Erwachsene hätten angeblich ein Problem damit, dass eine Mitschülerin voll verschleiert im Klassenzimmer lernt und auf dem Schulhof pausiert.

Ich vermute, dass in der ehemaligen DDR auch niemand etwas gegen den Sohn eines bekannten/vermuteten Stasi Mannes öffentlich geäussert hätte. Ich vermute, dass im Dritten Reich, auch niemand etwas gegen die Tochter eines bekannten/vermuteten SS Mannes im Klassenzimmer vorgetragen hätte.

To be continued…

In solchen Fällen wären die Kinder und Jugendlichen mehr oder weniger direkt dazu angehalten worden, sich ´konform´ zu verhalten. Man hätte in einem solchen Kontext versucht das Risiko zu mindern, dass die eigenen Kinder Repressalien durch die Vasallen des Regimes zu erleiden hätten. Rückschlüsse auf die weltanschauliche/politische Meinung der Eltern, so sie denn nicht regimetreu wäre, sollten ja auch vermieden werden. Den meisten Kindern und Jugendlichen könnte aufgrund ihres jungen Alters  vielleicht auch der Mut und die Erfahrung fehlen, in einer solch heiklen Angelegenheit Stellung zu beziehen. Oder sie wären schlau genug, eine potentielle Gefahr zu erkennen – und lieber den Mund zu halten.

Zurück nach Niedersachsen im Jahr 2016. Was, wenn der Bruder der vollverschleierten Abiturientin  nicht nur Sympathie für Selbstmordattentate hat, sondern sich radikalisieren würde (oder ist er das schon, weil er so etwas äussert?), weil man seine Schwester auffordert den Schleier abzulegen? Niemand möchte die Verantwortung dafür übernehmen, dass es möglicherweise in der Schule eine Bombenstimmung gibt. Womöglich hat auch niemand im Umfeld dieses Geschehenes Lust, die Aufmerksamkeit radikaler, islamistischer Kräfte auf sich persönlich zu ziehen.

Ob solche Thesen weit hergeholt sein könnten, mag jede/r  Leser selbst beurteilen.

In Bezug auf ein verschleiertes junges Mädchen hier in Deutschland denke ich, dass es einem weiblichen Gehirn während des chaotischen Umbaues in der  Pubertät entsprechen könnte, nach Wegen zu suchen, sich zu profilieren. Das weibliche Kind wählt mit der stofflichen Vollverhüllung, den Duktus des mittelalterlich Orientalischen, des Transzendenten, des Okkulten, der Selbstgeißelung, der nach außen gerichteten Klausur.

Es hofft, sich im weiten Gewand vor ´unreinen´ Blicken schützen zu können und erntet sie womöglich mehr, als es in Jeans in der Menge vieler Jeanshosen der Fall wäre. Es weist mit dieser Bekleidung auch darauf hin, es möchte sich jungfräulich bewahren, für den einen Mann. Jugendlicher Ehrgeiz, dem wohl nicht zu helfen ist.

 

 

 

 

 

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